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Geschäftsführer Glücksband Roth: Frank Weinmann

Vom „grün hinter den Ohren“ zum Geschäftsführer: 30 Jahre Frank Weinmann bei Glücksband

Frank Weinmann hat im April 2026 sein 30-jähriges Jubiläum bei Glücksband Roth gefeiert:

Seit drei Jahrzehnten prägt er gemeinsam mit seinem Cousin Oliver die Entwicklung des Unternehmens: mit einem Mix aus Tradition, Pragmatismus und dem Mut, Dinge einfach anzupacken. Im Gespräch blickt er zurück auf seinen Weg ins Familienunternehmen, erinnert sich an prägende Momente und spricht darüber, was Glücksband heute ausmacht und wohin die Reise geht.

Kannst du kurz deinen Werdegang skizzieren? Wie kamst du zu Glücksband Roth?
Nach dem Abitur habe ich eine Banklehre bei der Volksbank Heilbronn absolviert. Danach bin ich, wie damals üblich, für ein Jahr zum Bund gegangen. Darauf folgte mein BWL-Studium in Nürnberg.

Nach meinem Abschluss wollte ich noch nicht direkt ins Familienunternehmen und habe deshalb eine Stelle bei einem Fulfillment-Unternehmen angenommen – als Leiter Rechnungswesen. Dort habe ich als „Hahn im Korb“ mit zehn Damen zusammengearbeitet.

Bereits nach einem Jahr zeichnete sich bei Glücksband Roth ein personeller Engpass ab: Einer der beiden Prokuristen hatte Herzprobleme, und es war klar, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen bald zurückziehen würde. Also musste ich „ran“ – noch sehr grün hinter den Ohren. An der Seite des kaufmännischen Leiters konnte ich zum Glück noch vieles lernen, bevor er schließlich ausschied.

Ein dreiviertel Jahr nach mir kam mein Cousin Oliver ins Unternehmen, um den technischen Part zu übernehmen. Das war enorm hilfreich: Zu zweit geht es besser als allein. Auch unsere beiden Väter, Lutz und Wolf Weinmann, waren regelmäßig in Göppingen – immer dienstags und donnerstags am Nachmittag. Sie hatten in Heilbronn ein weiteres Unternehmen, eine Posamentenfabrik, die ebenfalls ihre Aufmerksamkeit erforderte.

War das Familienunternehmen also immer schon Plan A?

Es gab schon eine gewisse familiäre Erwartungshaltung. Eigentlich sollte ich später auch im Heilbronner Unternehmen Verantwortung übernehmen. Als im Bereich der Schmucktextilien der Wettbewerb aus Asien immer stärker wurde, haben wir uns jedoch entschieden, das Unternehmen stillzulegen. Dadurch konnten wir uns vollständig auf Glücksband konzentrieren – ein Umstand, den ich durchaus als glücklich bezeichnen würde.

Genug zu tun gab es ohnehin: Vom kaufmännischen Leiter hatte ich auch den Bandvertrieb übernommen. Mein Cousin und ich haben das Unternehmen sukzessive modernisiert: Wir sind auf PCs umgestiegen, haben die IT-Umgebung erneuert, das Büro modernisiert und auch unser Team verjüngt. Unsere Väter hatten Glücksband aus den genannten Gründen eher „stiefmütterlich“ behandeln müssen.

Hast du eine Erinnerung in Zusammenhang mit Glücksband, als dein Vater noch im Unternehmen war?
Ich erinnere mich besonders gerne an Heliotextil – das Druckverfahren, das wir in den 1950er-Jahren in Lizenz übernommen hatten und aus dem im Laufe der Zeit eine Genossenschaft mit Partnern in 18 Ländern wurde.

Oliver und ich haben gemeinsam mit unseren Vätern verschiedene Reisen unternommen, unter anderem nach Portugal, in die Schweiz, Hongkong und China. Von den Verbindungen aus dem Heliotextil-Netzwerk profitieren wir noch heute.

Was macht dir am meisten Spaß bei deiner Arbeit
Glücksband ist wie eine Familie – ein kleines, überschaubares Team. Wir leben nah beieinander, haben kaum Fluktuation und pflegen ein offenes Miteinander. Das schätze ich sehr.

Was kann Glücksband besonders gut?
Wir sind sehr stark im Service und nah bei unseren Kunden. Wir bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, fertigen vor Ort und arbeiten so viel wie möglich mit regionalen Partnern zusammen. Außerdem sind wir schnell lieferfähig.

Wir bringen eine große textile Kompetenz mit und unterstützen unsere Kunden mit viel Erfahrung. Für ein hochwertiges Textiletikett braucht es beispielsweise eine hohe Waschbeständigkeit und ein klares Druck- oder Webbild – gleichzeitig eignet sich nicht jedes Material für jeden Einsatz.

Wir beraten unsere Kunden daher individuell, etwa hinsichtlich Materialien, Schnitt- oder Webkante sowie Verarbeitungsform – ob Rolle, Fahne oder Schlaufe. Eine Schlaufe ist zum Beispiel bei Kinderbekleidung ungeeignet, da sich Kinder darin mit den Fingern verfangen könnten.

Welche Ziele hast du für das Unternehmen in Zukunft?
Die Textilindustrie in Europa ist ein schrumpfender Markt – in diesem Umfeld zu bestehen, ist herausfordernd. Erfreulicherweise haben wir einen treuen Kundenstamm vor Ort und beobachten zudem, dass einige Kunden wieder nach Europa zurückkehren. Zusammen mit neuen Produkten, beispielsweise im Thermotransferdruck, möchten wir weiteres Umsatzwachstum generieren. Außerdem steht bei uns mittelfristig ein Generationswechsel an. Wie dieser konkret aussehen wird, ist derzeit noch offen. Wichtig ist uns, frühzeitig die richtigen Strukturen zu schaffen und unserem Team weiterhin Stabilität und Perspektive zu bieten.

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